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Unbefristeter Streik bei Charité-Tochter CFM

Für 3.200 der 3.500 Beschäftigten fordert Verdi eine Bezahlung nach dem an der Charité gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (Archivbild). / Foto: Johannes Neudecker/dpa
Für 3.200 der 3.500 Beschäftigten fordert Verdi eine Bezahlung nach dem an der Charité gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (Archivbild). / Foto: Johannes Neudecker/dpa

Krankentransport, Reinigung und Sicherheit - im Tarifstreit legen die Mitarbeiter der CFM nun unbefristet die Arbeit nieder. Die Charité sieht sich vorbereitet.

Hunderte Menschen haben zu Beginn eines unbefristeten Streiks bei der Charité-Tochter CFM die Arbeit niedergelegt. Genaue Teilnehmerzahlen gebe es nicht, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer. Man gehe aber von einer höheren Beteiligung als bei den vorangegangenen Warnstreiks aus. Damals hatten sich ihr zufolge etwa 650 bis 700 Menschen beteiligt. 

Wie groß die Auswirkungen im Betrieb sind und wie viele Menschen tatsächlich davon betroffen sind, ist derzeit unklar. Einige Einrichtungen der Mitarbeiter- und Patientenversorgung wie Bistros seien heute geschlossen. Shuttle Services seien nicht bedient worden und bestimmt seien auch viele Bereiche nicht gesäubert worden oder Pflegekräfte der Charité hätten Aufgaben der CFM übernommen, sagte Neunhöffer. Die genaueren Auswirkungen würden sich erst in den kommenden Tagen zeigen. 

Notdienst wurde eingerichtet

CFM-Sprecherin Sophie Külz sagte dazu, Einschränkungen würden durch Priorisieren und Umorganisieren von Abläufen so gering wie möglich gehalten. Ein Notdienst stelle sicher, dass alle wichtigen Aufgaben trotz des Streiks erledigt würden. Die CFM-Geschäftsführung halte den Streik für unangemessen, sei aber darauf vorbereitet. 

Bei der CFM arbeiten rund 3.500 Menschen in den Bereichen Medizintechnik, Krankentransport, Außenanlagepflege, Reinigung und Sicherheit. Für 3.200 von ihnen fordert Verdi eine Bezahlung nach dem an der Charité gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. 99,3 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der CFM hatten in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik gestimmt. 

Der unbefristete Streik begann am Mittwochmorgen mit der Frühschicht. Zuvor hatten Verdi und die CFM in der fünften Verhandlungsrunde am Montag keine Einigung gefunden. Nach Angaben von Külz brach die Gewerkschaft die Verhandlung nach 15 Minuten ab. Die CFM wollte den Streik vor Gericht vorerst untersagen, doch das Gericht entschied für die Streikenden.

CFM: Forderungen der Gewerkschaft würden Existenz gefährden

Verdi sprach von einer Blockadehaltung der Geschäftsführung. «Wir sehen die Geschäftsführung jetzt am Zug, endlich mal ein Angebot zu machen», sagte Verdi-Verhandlungsführerin Neunhöffer. «Für diesen Tarifkonflikt und die möglichen Auswirkungen auf die Patientenversorgung trägt die Koalition aus CDU und SPD maßgebliche Mitverantwortung», sagte Neunhöffer. Der Tarifstreit schwelt seit Jahren. 

Die CFM-Geschäftsführung hatte mitgeteilt, dass mit der Eingliederung in den TVöD eine Lohnkostensteigerung von 40,9 Prozent beziehungsweise 42,7 Millionen Euro jährliche Mehrkosten einhergingen. «Wir können keine Forderungen umsetzen, die zu einer Existenzgefährdung der CFM führen», teilten Juliane Kaufmann und Simon Batt-Nauerz von der CFM-Geschäftsführung mit. Der bestehende Entgelttarifvertrag der CFM liege im Vergleich über dem Branchentarif für Reinigung, Sicherheit oder Catering.

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