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Lagebericht: Jüdische Studierende fühlen sich nicht sicher

Nach Einschätzung der Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands, Hanna Veiler, hat der Antisemitismus an den deutschen Hochschulen eine neue Dimension bekommen. / Foto: Hannes P. Albert/dpa
Nach Einschätzung der Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands, Hanna Veiler, hat der Antisemitismus an den deutschen Hochschulen eine neue Dimension bekommen. / Foto: Hannes P. Albert/dpa

Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel hat sich auch das Klima an den deutschen Hochschulen verändert. Ein Lagebericht zieht Bilanz und listet Forderungen auf.

Viele jüdische Studierende fühlen sich an Hochschulen in Deutschland nicht mehr sicher. Das geht aus dem «Lagebericht Antisemitismus an deutschen Hochschulen» hervor, den die Jüdische Studierenden Union Deutschland (JSUD) und das American Jewish Committee (AJC) Berlin vorgestellt haben.

An den Universitäten sei seit dem 7. Oktober 2023 eine Explosion antisemitischer Vorfälle zu beobachten gewesen, sagte der Direktor des AJC Berlin, Remko Leemhuis. Es sei ein Problem, das die Hochschulen in ganz Deutschland betreffe und auch jüdische Hochschulmitarbeiter, nicht nur Studentinnen und Studenten.

Viele jüdische Studierende haben die Uni lange ganz gemieden

Der Lagebericht nennt Daten der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS), nach denen die Zahl antisemitischer Vorfälle an Hochschulen von 23 im Jahr 2022 auf 151 im Jahr darauf angestiegen ist.

JSUD-Präsidentin Hanna Veiler sagte, in den ersten Monaten nach dem 7. Oktober 2023 seien jüdische Studierende in der Regel nur dann zur Uni gegangen sind, wenn es wirklich notwendig gewesen sei.

«Das heißt auch, dass man am allgemeinen Universitätsleben nicht mehr teilgenommen hat», sagte sie. «Selbst in Vorlesungen zu sitzen, haben viele kaum noch aushalten können.» Es normalisiere sich langsam etwas. «Nichtsdestotrotz bleibt es natürlich weiterhin ein Problem.»

Jüdische Studierenden Union fordert Konsequenzen

Leemhuis und Veiler forderten als Konsequenzen unter anderem Ansprechpersonen wie Antisemitismusbeauftragte an den Hochschulen für jüdische Studierende, das Unterbinden antisemitischer Veranstaltungen, das konsequente Durchsetzen des Hausrechts, um Nicht-Universitätsangehörigen keinen Raum für Protestkationen zu geben und die konsequente strafrechtliche Verfolgung antisemitischer Straftaten.

«Wir sehen immer noch, dass Haltung Zeigen, Rückgrat Zeigen, Durchgreifen keine Selbstverständlichkeit ist», sagte Veiler mit Blick auf Hochschulleitungen, die es nach ihrer Überzeugung etwa beim Umgang mit Hörsaalbesetzungen oft an Konsequenz fehlen lassen.

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