Die gestern tot in einer Wohnung in Spandau aufgefundene Frau ist mutmaßlich von ihrem Partner getötet worden. Der 60 Jahre alte Tatverdächtige, der am Donnerstagabend festgenommen wurde, sei ihr Lebenspartner, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Petzold, der Nachrichtenagentur dpa. Die Beamten gehen von einem Tötungsdelikt aus.
Der 60-Jährige hatte am Donnerstagabend von einem Balkon aus um Hilfe gerufen, sagte Petzold. Ein Zeuge hörte das und rief die Polizei. Polizisten öffneten mit Gewalt die Tür der Wohnung und entdeckten die Leiche der Frau. Die Wohnung befindet sich demnach im sechsten Stock eines Hauses im Ortsteil Falkenhagener Feld. In der Straße liegt eine größere Hochhaussiedlung.
Zum genauen Tathergang und einer möglichen Tatwaffe konnte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben machen. Das sei Teil der Ermittlungen, sagte Petzold.
Fast täglich werden Frauen wegen ihres Geschlechts getötet
In Deutschland wird fast jeden Tag eine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet - also weil sie eine Frau ist. Solche Gewaltverbrechen werden auch als Femizid bezeichnet. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.
Darüber hinaus spricht man von Femiziden auch dann, wenn Frauen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, vermeintlich im Namen der „Ehre“, als Folge von Genitalverstümmelung, wegen angeblicher Hexerei oder gezielt bei bewaffneten Konflikten getötet werden.
Im Jahr 2024 wurden in Berlin bis Ende September 28 Frauen von einem Mann getötet. Ob es sich in allen Fällen um einen Femizid handelte, war zu dem Zeitpunkt noch nicht klar.
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