Die Handballer der Füchse Berlin erlebten am Donnerstag eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst der Jubel nach dem 33:32-Auswärtssieg in Veszprém, dann die Erkenntnis, dass es trotzdem nicht zum direkten Viertelfinaleinzug in der Champions League gereicht hatte. «Das war ein Auf und Ab. Auf der einen Seite großer Stolz und Jubel. Ist ja auch nicht alltäglich in Veszprém zu gewinnen. Aber das ist natürlich schon bitter, jetzt noch mal ranzumüssen», sagte Vorstand Sport Stefan Kretzschmar.
Denn später am Abend holte der direkte Konkurrent Sporting Lissabon bei Wisla Plock fünf Sekunden vor Ende doch noch einen Punkt. Damit landeten die Füchse hinter den Portugiesen punktgleich auf Platz drei. Am Ende war Sporting im entscheidenden direkten Vergleich nur ein Tor besser.
Kielce statt Magdeburg
Die Füchse müssen in Hin- und Rückspiel nun gegen das polnische Spitzenteam Industria Kielce antreten, für Kretzschmar eine «harte Nuss». «Das ist eine Fightertruppe, egal wer da auf der Platte steht. Die kämpfen bis zum Umfallen und die Atmosphäre dort ist überragend», sagte er.
«Natürlich hätten wir uns diese Spiele gerne gespart und uns direkt mit dem Viertelfinale belohnt. Denn wir haben bisher eine starke Champions-League-Saison gespielt», sagte Kretzschmar. Der Sieg beim ungarischen Meister war für die Berliner der bisherige Höhepunkt dieser Saison. «Für uns als Team und Verein ist das ein historischer Moment», sagte Trainer Jaron Siewert.
Zumindest gibt es in den Playoffs zum Viertelfinale kein deutsches Duell mit dem SC Magdeburg. Diese Konstellation hatte sich SCM-Trainer Bennet Wiegert zuvor gewünscht, was der Berliner Vorstand Sport etwas befremdlich fand. «Interessante Aussage. Aber ich bin kein Freund davon, dass man in einem europäischen Wettbewerb innerdeutsche Duelle hat. Denn das ist ja gerade das Salz in der Suppe, dass man europäisch spielt», sagte Kretzschmar.
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