Dänemarks Weltmeister Mathias Gidsel hat sich gegen den deutschen Nationaltorhüter Andreas Wolff durchgesetzt und ist zum zweiten Mal in Folge zum Welthandballer gewählt worden. Der 26 Jahre alte Ausnahmekönner von Bundesligist Füchse Berlin und der DHB-Keeper konkurrierten mit dem Spanier Alex Dujshebaev vom polnischen Club Industria Kielce um die prestigeträchtige Auszeichnung des Weltverbands IHF. Schon im Vorjahr hatte Wolff zur Wahl gestanden und gegen Gidsel verloren.
Dass der 34 Jahre alte Keeper vom THW Kiel erneut zum Favoritenkreis zählte, verdankt er vor allem seinen Leistungen bei den Olympischen Spielen. Mit seinen Paraden hatte Wolff maßgeblichen Anteil am deutschen Silber-Coup.
Im Finale war die DHB-Riege gegen die Dänen chancenlos. Gidsel ragte in Frankreich als MVP und Top-Torschütze heraus. «Es ist eine große Ehre, diesen persönlichen Titel zu erhalten, und ich bin sehr stolz darauf», sagte der Berliner zur Welthandballer-Wahl. «Es ist verrückt zu denken, dass ich diesen Preis zwei Jahre hintereinander gewonnen habe - das hätte ich mir nie träumen lassen.»
Bei der Wahl wurden ausschließlich erbrachte Leistungen aus dem Jahr 2024 berücksichtigt. Die Fan-Abstimmung trug ein Drittel zum Gesamtergebnis bei. Die restlichen zwei Drittel teilten sich ein Komitee sowie die Nationaltrainer derer Teams, die bei den Olympischen Sommerspielen in Paris vertreten waren.
Das Sechs-Sekunden-Wunder von Lille
Die Wahl zum besten Nachwuchs-Handballer gewann DHB-Talent Renars Uscins (22) von der TSV Hannover-Burgdorf. Der deutsche Nationalspieler setzte sich gegen den Portugiesen Francisco Costa und den kroatischen Torhüter Dominik Kuzmanovic vom VfL Gummersbach durch. Uscins hatte sich 2024 als Erfolgsgarant im deutschen Nationalteam etabliert und war bei den Olympischen Spielen mit 52 Treffern bester Werfer der DHB-Auswahl.
Das sportliche Sechs-Sekunden-Wunder von Lille ist für immer mit seinem Namen verbunden. Die DHB-Männer saßen schon fast im Bus zurück nach Deutschland, als Uscins sein Team im Viertelfinale gegen Frankreich mit einem Last-Second-Tor in die Verlängerung rettete. Der Siegtreffer kurz vor der Schlusssirene gelang dann ebenfalls dem U21-Weltmeister.
Zur Handballerin des Jahres wurde Olympiasiegerin und Europameisterin Henny Reistad aus Norwegen gewählt. Auch sie sicherte sich - wie Gidsel - die Auszeichnung zum zweiten Mal nacheinander.
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