Bei Brandenburgs Unternehmen wachsen die Sorgen vor den Auswirkungen des neuen Zollpakets von US-Präsident Donald Trump. Die USA gehörten für das Land Brandenburg traditionell zu den wichtigsten Handelspartnern, sagte Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD).
Die von US-Präsident Trump verkündeten Zölle für Einfuhren aus der EU und vielen anderen Staaten träfen Brandenburgs Wirtschaft unmittelbar, so die Präsidentin der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK), Ina Hänsel, die für alle drei IHKs in Brandenburg spricht. Zudem sei es wichtig, dass die EU mit Bedacht Gegenmaßnahmen ergreife, die nicht die hiesige Wirtschaft schädigten. Hänsel plädiert auch dafür, neue Märkte zu erschließen.
Fahrzeuge und Medikamente wichtige Ausfuhrgüter
Die wichtigsten brandenburgischen Ausfuhrgüter in die USA kamen 2024 aus den Bereichen Luftfahrzeuge, pharmazeutische Erzeugnisse sowie Lastkraftwagen und Spezialfahrzeuge, wie Wirtschaftsminister Keller mitteilte. Medikamente sollen aber vom neuen US-Zollpaket ausgenommen werden, wie es hieß.
Insgesamt seien die konkreten Auswirkungen auf die brandenburgische Wirtschaft derzeit nur schwer zu bewerten, so Keller. «Letztlich besteht die Hoffnung, dass eine zu erwartende stark steigende Inflation in den USA sowie ein entsprechender Konjunktureinbruch der amerikanischen Wirtschaft zu einem Einlenken der US-Regierung führen wird.»
Für die EU bedeutet das angekündigte Zollpaket, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die USA ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.
Woidke: Nicht in Sack und Asche gehen
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte am Donnerstag dem RBB gesagt, wichtig sei der Zusammenhalt in der Europäischen Union. «Wir sind eine große und starke Gemeinschaft von 27 Staaten mit mehr als 400 Millionen Menschen. Daraus ergibt sich eine erhebliche wirtschaftliche Stärke. Wir sollten jetzt nicht in Sack und Asche gehen, sondern selbstbewusst auf diese Herausforderungen antworten.»
Nach vorläufigen statistischen Daten wurden im Jahr 2024 aus Brandenburg Waren im Wert von mehr als 1,8 Mrd. Euro in die USA ausgeführt, wie Wirtschaftsminister Keller mitteilte. Das entspreche knapp 7,7 Prozent der gesamten brandenburgischen Ausfuhren. Die USA lagen laut Ministerium 2024 auf Platz 3 der brandenburgischen Export-Rangliste - nach Polen und den Niederlanden. Bei den Einfuhren lagen die USA auf Rang 4.
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