Eine neue Höchstspannungsleitung zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg soll deutlich mehr Strom transportieren und Verbraucher entlasten. Vertreter der Länder, des Bundes und des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz haben die sogenannte Uckermarkleitung zwischen Pasewalk und Neuenhagen nun in Betrieb genommen.
Über die insgesamt rund 150 Kilometer langen neuen Freileitungen kann dreimal so viel Strom transportiert werden wie bisher – insbesondere aus erneuerbaren Energien.
Bis zu 230 Millionen Euro pro Jahr Entlastung für Stromkunden
Die Produktion aus Wind- und Sonnenkraft müsse deshalb deutlich seltener verringert werden, sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. Bis zu einer Milliarde Kilowattstunden weniger pro Jahr müssten aus den Erneuerbaren abgeregelt werden. «Das entspricht dem Stromverbrauch der beiden Landeshauptstädte Potsdam und Schwerin zusammen», sagte Kapferer.
Das entlastet dem Konzernchef zufolge die Stromkunden um bis zu 230 Millionen Euro pro Jahr. Laut dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Michael Kellner (Grüne), rechnet sich das Projekt mit Baukosten von 600 Millionen Euro demnach schon innerhalb von drei Jahren.
Wirtschaftsminister erwartet sinkende Netzentgelte
Dank dieser neuen Höchstspannungsleitung könne der in Mecklenburg-Vorpommern produzierte Strom aus Wind und Sonne in Zukunft besser abtransportiert werden, sagte Landeswirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos). Er erwarte, dass sich das für die Betriebe und die Bürger durch sinkende Netzentgelte auszahlen werde.
Die Uckermarkleitung hat eine Spannung von 380.000 Volt und soll elektrische Energie über weite Entfernungen transportieren, etwa zu großen Umspannwerken oder Verbraucherzentren. Sie ist auch ein wichtiger Baustein für den Stromtransport zwischen Deutschland und Polen. Der Begriff Freileitung bedeutet, dass die Stromleitungen oberirdisch über Masten verlaufen.
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