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Frau mit Messer erstochen – Ex-Partner schweigt vor Gericht

Ein 46-Jähriger, der seine ehemalige Partnerin aus «massiver Eifersucht und übersteigertem Besitzdenken» erstochen haben soll, steht wegen Mordes vor Gericht. (Foto Archiv)  / Foto: Fabian Sommer/dpa
Ein 46-Jähriger, der seine ehemalige Partnerin aus «massiver Eifersucht und übersteigertem Besitzdenken» erstochen haben soll, steht wegen Mordes vor Gericht. (Foto Archiv) / Foto: Fabian Sommer/dpa

Eine Frau wird mit 28 Stich- und Schnittverletzungen im Hausflur eines Mehrfamilienhauses in Berlin-Friedrichsfelde entdeckt. Nun steht ihr Ex-Partner wegen mutmaßlichen Femizids vor Gericht.

Rund sieben Monate nach einem tödlichen Messerangriff auf eine 28-Jährige steht ihr Ex-Partner vor dem Berliner Landgericht. Der 46-Jährige soll die Frau aus «massiver Eifersucht» und «übersteigertem Besitzdenken» erstochen haben. Die Verteidiger erklärten zu Beginn des Mordprozesses, der Angeklagte werde sich zunächst nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Femizid aus. Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Der türkische Staatsangehörige sei nicht bereit gewesen zu akzeptieren, «dass sie ein Leben ohne ihn führen könnte und sich einem anderen Mann zuwenden könnte», heißt es in der Anklage. Er habe die Frau aus niedrigen Beweggründen getötet.

Die 28-jährige Griechin, die mit zwei Kindern aus einer anderen Beziehung in Berlin-Friedrichsfelde wohnte, und der gelernte Koch sollen rund zwei Jahre lang ein Paar gewesen sein. Im Mai 2024 habe sich die Frau von dem 46-Jährigen getrennt. Dennoch sei er unvermittelt vor ihrem Wohnhaus aufgetaucht. Nachdem er sie mit einem anderen Mann gesehen habe, soll er den Entschluss gefasst haben, sie zu töten.

Angriff vor der Wohnungstür im zweiten Stock

Die Kinder der 28-Jährigen waren nicht zu Hause, als sie am Abend des 30. August 2024 ihre Wohnung im zweiten Stock verließ. Vor ihrer Haustür sei sie angegriffen worden, heißt es weiter in der Anklage. Der 46-Jährige habe mit einem Messer in Tötungsabsicht auf sie eingestochen. Nachbarn hätten die Polizei und Rettungskräfte alarmiert. Die Frau starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

Noch am selben Tag wurde der 46-Jährige etwa zwei Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen. Der Vater von einem Sohn und drei Töchtern befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Der Bruder der Getöteten saß zu Prozessbeginn als Nebenkläger mit im Gerichtssaal. Seine Anwältin sagte am Rande, nach der Trennung habe der Angeklagte seiner Ex-Partnerin immer wieder nachgestellt. Mehrere Anzeigen habe die Frau erstattet, die Polizei habe gegen den Mann sogenannte Wegweisungen ausgesprochen. Trennungsgrund sei unter anderem gewesen, dass er die Frau kontrollieren wollte. Der Prozess wird 23. April fortgesetzt.

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